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Pressebericht Ludwigsburger Kreiszeitung

Ludwigsburger Firma fungiert als kleine Bundesbank

Uwe Pfitzner von der Firma WSD


„Es geht auch günstiger“: Uwe Pfitzner von der Firma WSD.


Ludwigsburg – Weil die Bundesbank die Bargeldversorgung privatisiert, kommen auf Händler und Banken höhere Kosten zu (wir berichteten gestern). Das Beispiel eines Ludwigsburger Wertdienstleisters zeigt, dass die Mehrkosten für die Kunden niedrig gehalten werden können – wenn man sich rechtzeitig um ein alternatives Geschäftsmodell gekümmert hat. Seit Beginn dieses Jahres gibt die Bundesbank Münzen nur noch in sogenannten Normcontainern heraus, in denen sich Geld im Gesamtwert von 314 000 Euro befindet. Wollen Banken und Händler weiter kleinere Mengen bestellen, müssen sie in einer Übergangsphase seit erstem Januar einen saftigen Aufschlag bezahlen: Statt bisher 3 bis 3,50 Euro pro Bestellung fallen nun 25 Euro an – pro Bestellung einer der acht Münzsorten.
„Man muss nicht diese extrem teure Variante nutzen“, sagt Uwe Pfitzner, Betriebsleiter des Ludwigsburger Geld- und Wertdienstleisters WSD Gailing. Das Unternehmen hat früh ein alternatives Modell der Münzversorgung entwickelt, an dessen Ende für den Händler keine enorme Preissteigerung, sondern ein kleinerer Preisaufschlag steht.

Seit Beginn dieses Jahres können die etwa 100 WSD-Kunden in Nordwürttemberg, darunter sind Banken, Handelsunternehmen und Discounter, kleinere Münzmengen bei dem Ludwigsburger Unternehmen bestellen und abgeben. Dafür zahlen sie nur eine kleine Aufwandsentschädigung extra.
Denn WSD wickelt die Münzgeldversorgung mit zwei Geschäftsbanken ab. Deren Münzgelddepots liegen in den WSD-Räumen. „Wir sind so etwas wie eine kleine Bundesbank“, sagt Pfitzner. Weil das Geld bei dem Unternehmen liegt, kann es für die Bank nicht arbeiten, außerdem muss WSD die beiden Depots verwalten. Als Ausgleich für die fehlenden Zinseinnahmen und für die Verwaltungskosten zahlen die Kunden einen Aufschlag von wenigen Cent pro Münzrolle. Dafür können sie – auch nachdem die Bundesbank die seit Januar teurere Ausgabe kleinerer Mengen ganz eingestellt hat – weiter Münzgeld in kleineren Mengen beziehen.
Damit unterscheide sich WSD von vielen anderen Anbietern, sagt Pfitzner. Viele hätten ihre Kunden noch nicht einmal über die neue Situation informiert. Dass letztlich der Verbraucher mehr zahlen wird, davon ist Pfitzner überzeugt: „Den Händlern und Banken bleibt nichts anderes übrig, als die Mehrkosten bei der Bargeldversorgung mittelfristig auf die Endkunden umzulegen.“

 

Ludwigsburger Kreiszeitung 8.4.2011 (Artikel von Wolf-Dieter Retzbach)

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